Rund um Jesus gibt es in der Überlieferung Figuren besonderer Nähe. Vor allem Maria Magdalena und der sogenannte Lieblingsjünger spielen dafür eine große Rolle. Historisch ist vieles unsicher. Spirituell und liebesmystisch ist gerade diese Unsicherheit interessant, weil sie einen Raum öffnet, in dem es nicht zuerst um Amt Macht und Dogmatik geht, sondern um Liebe Nähe Treue und Verbundenheit.
Hier geht es weniger um eine beweisbare Ehegeschichte als um die Frage, warum Maria Magdalena in vielen Traditionen so nah an Jesus heranrückt.
Liegt es an:
Liebesmystisch ist Maria Magdalena die Figur der suchenden liebenden treuen Frau die Jesus nicht nur versteht sondern an ihm hängt.
Ob Ehefrau oder nicht ist historisch offen und unsicher. Aber als Figur tiefster Nähe zu Jesus ist Maria Magdalena für die Liebesmystik zentral.
Der sogenannte Jünger den Jesus liebte ist im Johannesevangelium eine Schlüsselfigur. Er steht Jesus besonders nahe:
Liebesmystisch ist das hochinteressant weil hier nicht Macht Amt oder Hierarchie betont werden sondern Nähe Vertrauen und intime Zugehörigkeit.
Der Lieblingsjünger ist die Figur der besonderen Nähe.
Historisch ist die klassische kirchliche Lesart: Der Lieblingsjünger sei Johannes.
Aber in der Bildtradition und in neueren Spekulationen taucht immer wieder die Frage auf: Warum wirkt diese Figur manchmal so weich jung fast weiblich? Vor allem das Abendmahlsbild von Leonardo hat solche Fragen noch verstärkt.
Sauber gesagt: Es gibt keinen belastbaren historischen Beweis, dass der Lieblingsjünger eigentlich eine Frau war. Aber es gibt einen deutungsoffenen Raum, weil die Figur auffällig zart und nah erscheint.
Liebesmystisch ist genau das spannend: Die engste Nähe zu Jesus ist nicht hart männlich heroisch sondern weich empfänglich innig.
Der ganze Jesus-Komplex ist liebesmystisch deshalb so wichtig weil um ihn herum Figuren entstehen die nicht zuerst durch Amt Gesetz oder Heldentum glänzen sondern durch:
Also: Maria Magdalena als liebende Suchende der Lieblingsjünger als innig Verbundener Jesus selbst nicht nur als Lehrer sondern als Geliebter Bräutigam Gegenüber.
Rund um Jesus verdichtet sich ein Raum von Nähe und Liebe der für die Liebesmystik fast wichtiger ist als jede Dogmatik.
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