Was Liebesmystik nicht ist

Liebesmystik ist nicht einfach jede extreme oder schockierende Geschichte, in der Religion, Körper und Sexualität irgendwie vermischt werden.

Gerade im Umfeld von Klöstern, Nonnen, Kruzifixen oder Heiligenbildern gibt es viele Erzählungen, Gerüchte, Skandalgeschichten und spätere Ausschmückungen. Manche davon gehen auf reale Einzelfälle zurück, manches ist Sensationsliteratur, manches bloße Projektion von außen.

Darum muss man hier sehr genau unterscheiden.

Liebesmystik ist nicht

Was historisch belegt ist

Historisch belegt ist durchaus, dass die Sprache der Liebesmystik sehr körpernah sein kann. Da ist von Kuss, Berührung, Wunde, Umarmung, Glut, Sehnsucht und Vereinigung die Rede. Auch Kruzifixe, Christusbilder oder Wundensymbolik konnten in der Frömmigkeit eine intensive, leibnahe Rolle spielen.

Aber daraus folgt nicht automatisch, dass jede drastische Geschichte über Nonnen, Kreuze oder sexuelle Handlungen mit Heiligenfiguren zur Liebesmystik gehört.

Der Unterschied ist entscheidend

Liebesmystik will nicht schockieren. Sie will auch nicht reizen. Sie will Liebe, Hingabe, Vereinigung und Sehnsucht in einer Sprache ausdrücken, die tiefer reicht als bloße Moralformeln.

Wo religiöse Symbolik nur noch zum Skandalobjekt, zur Grenzverletzung oder zur sensationslüsternen Geschichte wird, endet Liebesmystik und beginnt etwas anderes.

Darum gilt

Nicht jede erotische oder religiös aufgeladene Geschichte ist Liebesmystik. Und nicht jede Grenzüberschreitung ist heilig, nur weil Christus oder Gott darin erwähnt werden.

Liebesmystik ist ernst. Sie ist tief. Sie ist oft sinnlich. Aber sie ist nicht mit jeder exzentrischen oder obszönen Erzählung gleichzusetzen.

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