Es gibt einen Punkt, an dem aus Liebesmystik nicht Tiefe, sondern Entgleisung wird.
Das ist dort der Fall, wo geistliche Autorität benutzt wird, um Grenzen zu überschreiten, Abhängigkeit zu erzeugen oder sexuelle Übergriffe zu verschleiern.
Gerade in kirchlichen Zusammenhängen konnte und kann es vorkommen, dass Priester, Seelsorger oder andere Autoritätspersonen mit Begriffen wie Nähe, Hingabe, geistliche Liebe oder besondere Erwählung arbeiten, um Menschen gefügig zu machen.
Besonders schändlich ist es dort, wo Kinder Jugendliche oder schutzbedürftige Erwachsene betroffen sind.
Dann geht es nicht mehr um Liebe. Dann geht es nicht mehr um heilige Nähe.
Dann geht es um Missbrauch.
Missbrauch wird nicht dadurch heilig, dass fromme Wörter darübergelegt werden. Und eine Grenzverletzung wird nicht dadurch mystisch, dass jemand Christus Liebe oder Hingabe dazu sagt.
Wo ein Priester seine Stellung benutzt wo ein geistlicher Mensch seine Autorität ausnutzt wo ein Kind oder ein abhängiger Mensch sexualisiert wird ist die Grenze nicht nur überschritten sondern zerstört.
Liebesmystik lebt von Freiheit Würde und Wahrheit. Missbrauch zerstört Freiheit Würde und Wahrheit.
Wer unter dem Deckmantel von Spiritualität oder Liebesmystik sexuelle Übergriffe begeht oder verschleiert hat Liebesmystik nicht vertieft sondern verraten.
Nicht jede Sprache von Liebe ist liebevoll. Und nicht jede Sprache von Hingabe ist heilig.
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