Fünf Bilder, fünf Sonette, fünf Formen mystischer Nähe.
In dieser kleinen Reihe begegnen sich Jesus und Maria Magdalena, Maria und Josef, eine Gemeinschaft um Jesus, Teresa von Ávila und Meister Eckhart sowie Maria, Teresa von Ávila, Hildegard von Bingen und Mechthild von Magdeburg.
00:00 Jesus & Maria Magdalena - Wo Du mich hältst
03:07 Maria & Josef - Wo deine Schulter Heimat wird
05:59 Jesus, Maria Magdalena, Johannes, Josef & Maria - Wo Liebe viele Hände hat
08:43 Teresa von Ávila & Meister Eckhart - Im Grund, wo Liebe namenlos wird
11:39 Maria, Teresa, Hildegard & Mechthild - Vier Herzen im einen Licht
Die Skulpturen sind als freie, KI-gestützte Bildschöpfungen im Geist der Renaissance und in Anlehnung an Michelangelos Marmorsprache entstanden. Die Sonette kreisen um Liebesmystik: um Nähe, Hingabe, Geborgenheit, Entgrenzung, Seelengrund und die Erfahrung, dass Liebe mehr sein kann als Beziehung zwischen zwei Menschen.
Bild, Sprache und Musik verbinden sich zu einem stillen Gesamtraum.
Ich ruh an dir, und alles Müssen schweigt,
kein Weg führt fort, kein Morgen ruft mich weiter.
Dein Arm ist still, dein Atem macht mich leichter,
bis sich mein Herz dem grenzenlosen neigt.
Was zwischen Ich und Du sich trennend zeigt,
wird in der Liebe durchsichtig und weiter.
Kein Wort erklärt, was wortlos uns begleitet:
dass Gott sich dort, wo einer liebt, verneigt.
Ich suche dich - und finde keine Grenze,
denn wo du bist, verliert sich mein Gesicht.
Nicht du, nicht ich: nur dieses eine Ganze.
Und wenn die Welt zerfällt, so fürchte ich sie nicht.
Ich werde still in deiner Gegenwart -
und Liebe weiß: Getrenntsein war es nicht.
Ich lehne mich an dich, und nichts verlangt,
als still zu sein in deiner warmen Nähe.
Du hältst mich fest, damit ich weitergehe,
wenn meine Seele müde wird und bangt.
Und was uns trifft, wird leichter, wenn es schwankt,
weil ich in deinem Schweigen Frieden sehe.
Kein großes Wort ist nötig, dass ich verstehe:
Die Liebe trägt, wo jedes Denken wankt.
Vielleicht ist Gott nicht fern in hohen Räumen,
vielleicht beginnt sein Reich in einem Arm,
der einen Menschen hält in schweren Träumen.
Vielleicht wird selbst die dunkle Nacht noch warm,
wenn zwei sich ohne Forderung bewahren -
und Gott geht still mit ihnen durch die Jahre.
Wir sitzen nah, und keiner bleibt allein,
ein Arm wird Halt, ein Blick wird stilles Beten.
Was uns verletzt, darf in die Mitte treten,
und selbst die Wunde darf geborgen sein.
Hier muss kein Herz dem andern fremde sein,
kein Mensch sich vor dem eignen Schmerz verspäten.
Wir tragen uns, wo Worte nicht mehr reden,
und Gottes Atem zieht durch uns herein.
Denn Liebe wächst, wenn viele Hände halten,
wenn einer fällt und dennoch keiner fällt.
Sie wird zum Raum, den Herzen selbst gestalten.
Und was uns trennt, verliert darin die Welt.
Wo wir einander ohne Furcht umfassen,
beginnt das Eine, uns nicht mehr zu lassen.
Ich sinke still in deinen Seelengrund,
wo Ich und Du wie Schleier von uns fallen.
Kein Name bleibt, kein Wort muss widerhallen,
nur Liebe öffnet ihren tiefsten Mund.
Dort wird die Seele leer und eben wund
vor Glück, sich ganz ins Namenlose fallen
zu lassen, bis in uns die Räume hallen,
in denen Gott gebiert zu jeder Stund.
Du bist nicht mein – und darum bist du näher,
als jedes Haben je dem Herzen war.
Ich werde leer, und du wirst immer freier.
So wird das Eine zwischen uns offenbar:
Wir halten uns – und lassen uns dabei,
bis Liebe liebt und jedes Ich wird frei.
Wir lehnen uns ins Herz der Liebe ein,
bis keine Hand mehr weiß, wen sie umfängt.
Ein Strom aus Licht, der durch die Seelen drängt,
macht jedes Fremde still und grenzenrein.
Maria birgt uns tief in ihrem Sein,
Teresa brennt, von Gottes Glut versengt,
Hildegard hört, wie alles Leben klingt,
Mechthild wird Fluss und strömt ins Eine ein.
Hier liebt nicht eine nur die andre Seele,
hier liebt die Liebe selber durch uns fort,
bis selbst das Ich sich seinem Ursprung stehle.
Kein Oben bleibt, kein Unten, kein Dort.
Vier Herzen ruhn in einem großen Schlagen —
und Gott beginnt, sich selbst in uns zu tragen.
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